
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Petri-Jünger und Petri-Jüngerinnen,
das Bemühen, der Fische im Wasser habhaft zu werden, dürfte fast so weit in die Vergangenheit zurückreichen, wie die Menschheit selbst. Jäger, Sammler - und Fischer - waren damals die bevorzugten "Berufe", weil nur so leere Mägen gefüllt werden konnten. Das Objekt der Begierde ist bis heute das Gleiche, wenn man einmal davon absieht, dass der Fischartenreichtum früher vermutlich größer war als heute. Die Methoden und vor allem die Technik, deren man sich dabei bediente, wurden inzwischen ungemein verfeinert. Und noch etwas hat sich erst nach und nach entwickelt und wäre beispielsweise auf dem See Genezareth zu Petrus Zeiten noch undenkbar gewesen: Der Umstand nämlich, dass jemand sozusagen ohne Not fischt, nur so, aus purer Lust am Leben.
"Ohne Wasser gibt es kein Leben". Wasser ist ein kostbares, für den Menschen unentbehrliches Gut. Diese einfache Erkenntnis war früher Allgemeingut. Leider sind die Gewässer in den zurückliegenden Jahren teilweise bedenklich belastet worden. Zuerst waren es nur Wenige. Die Fischer gehörten zu diesen Wenigen, die erkannten, diese Entwicklung darf nicht weitergehen. Im Rückgang und am Zustand der Fische sahen die Fischer ein alarmierendes Zeichen dafür, dass in unserer Natur Bedrohliches geschah. Heute ist sich die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit bewusst, dass wir mit jedem Verstoß gegen das ökologisch Vertretbare, nicht nur der Natur, sondern uns selbst schaden. Die Fischer überwachen ihre Gewässer mit ihrer Fauna und Flora, schlagen Alarm wenn Gefahr droht und legen in tausenden von Arbeitsstunden selbst Hand an, wenn es gilt, Gewässer und Uferstreifen von Unrat zu reinigen, den Andere dort weggeworfen haben. Sie reden und fordern nicht nur – sie handeln auch. Aus diesem Grunde sind die Fischer in unserer Gemeinde unverzichtbare Schützer der heimischen Natur. Vergnügt und lebendig - "wie der Fisch im Wasser" – dieses Bild hat seinen tieferen Sinn auch für uns. Wenn sich ein reicher Fischbestand in unseren Gewässern wohlfühlt, dann freut das nicht nur den Fischer, dann können wir alle sicher sein: Unsere eigene Umwelt ist gesund.
In diesem Sinne gratuliere ich dem Fischerverein Graben 1960 e. V. mit all seinen Mitgliedern zum 50-jährigen Jubiläum. Ich wünsche allen Mitgliedern viel Spaß bei Ihrem schönen Hobby und hoffe, dass Ihnen Ihr Schutzpatron allezeit gewogen ist.
Petri Heil!
Hans D. Reinwald
Bürgermeister
